Der wohl treffendste Euphemismus für die Situation in Erfurt am Montag morgen ist wohl Chaos. Nachdem abzusehen war, dass das bisschen Schnee für einige kleine Beeinträchtigungen im städtischen Verkehr sorgen könnte, hatte man in Erfurt aber offensichtlich nicht den Mut, die Räumkommandos mal etwas früher als sonst in die Spur zu schicken. Meine faulheitsgetriebene Entscheidung, nicht mit dem Auto zu fahren, sollte sich zwar später als recht klug erweisen, doch waren die Öffentlichen ob der Auswirkungen von Eis und Schnee auf das Vorankommen der Strassenbahnen schier überrascht. Fällt ja auch nich immer soviel Schnee. Klar.
Die erste Bahn die sich bis zu meiner Haltestelle durchgekämpft hatte, hatte nur einen Wagen. Vielleicht wollte man erstmal sehen, wie sie durchkommt und da schickt man halt nur einen Wagen, dann trifft es nicht so viele Leute schien man sich gedacht zu haben – wenn man überhaupt gedacht hatte.
Womit man offensichtlich nicht rechnete war, dass die Leute da trotzdem mitfuhren. Wer eine fundierte Angst vor allerlei Krankheiten hat, die man sich vom bloßen Angucken der Leute holt, wäre in den Wagen nicht eingestiegen. Aber nicht ich. Mutig mit Handschuhen gegen alles, was man sich an angehusteten Festhaltegriffen holt, ausgerüstet, drängelte und schob ich mich in die, wie es schien, vollbesetzte oder eher vollbestandene Bahn. Da die meisten Mitfahrer nur eine oder zwei Stationen mitfuhren, hatten sie sich um die Tür herum gedrängt und der Platz dahinter war recht leer. Wie war das mit der Schwarminteligenz?
Am Ziel angekommen, stand ein Lkw quer auf den Gleisen. Nach einer kleinen Wartezeit, in der der Wagen auch noch die letzte freie Kreuzung blockierte, öffnete der Fahrer freundlicherweise wortlos die Türen, so dass wir den Rest des Weges laufen konnten.
Die Kollegen, die dieselbe Strecke mit dem Auto zurücklegten, hab zirka eine Stunde länger gebraucht, als sonst.
Heute Abend auch endlich wieder mal beim Training gewesen.